Im Sinne eines kleinen Jahresrückblicks wollen wir uns in zwei ausgewählten Bereichen eine kurzen Überblick über die Jahresdaten zur Medienberichterstattung ansehen: der politischen Print-Berichterstattung in OÖ bzw. der bundespolitischen Berichterstattung der ZiB1:

Landespolitik OÖ im Jahr nach der Wahl:

Auch das mediale Umfeld hat sich ganz klar an die neue Situation nach der Wahl angepasst und bietet der klar dominierenden OÖVP den nötigen Raum in der Berichterstattung, während die anderen Parteien über sehr klar weniger Medienpräsenzanteile verfügen. Interessant sind hier die, das Wahlergebnis deutlich übertreffenden, Werte der Koalitionspartner Schwarz-Grün, bei doch schwachen Präsenzwerten der “nur” Regierungsmitglieder SPOÖ und FPOÖ.

Weiters zeigen die Daten eine nicht ganz so dominante Position des Landeshauptmannes Pühringer (seine Partei immerhin klar über 56%, er nur bei etwa 46%) wie man dies erwarten würde, bzw. die sehr starke Medienposition des grünen Landesrates Anschober.

Weiters verwundert das, trotz oberflächlich ruhigem Nachwahljahr, doch eher negative gesamtklima der landespolitischen Berichterstattung in durchwegs allen Medien. Ebenfalls sehr interessant ist die Tatsache, dass die Berichterstattung zum “Westring”-Thema den “Wahlkampf” des Vorjahres quantitativ tatsächlich übertrumpfen kann, was den unglaublichen medialen Hype um diesen “unseren Westring” sehr gut verdeutlicht.

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(Auszug, weitere Daten im vollständigen Bericht)

Die “Zeit im Bild”-Hauptnachrichten im Jahresrückblick:

Auch die Betrachtung der Jahresdaten der, von verschiedenen Wahlen bzw. Steuer- und Budgetdiskussionen geprägten, Politikberichterstattung am Hauptabend, bringt insbesondere bei den Details ein paar spannende Fakten hervor.

So sind die allgemeinen Verteilungen von Gesamtpräsenz und Redezeiten zwar noch eher unspektakulär, zeigen aber schon die Personenrankings beispielsweise, dass über die umstrittene FP-Präsidentschaftskamdidatin sehr viel berichtet wurde, während sie selsbt wenig zu Wort kam. Diese Präsenzdaten zum politischen Personal bringen ebenfalls den überraschenden 2.Platz von Landeshauptmann Dörfler, immerhin einer der Landeskaiser ohne Wahl 2010, im Präsenzranking der LHs zum Vorschein.

Weiters stellen die qualitativen Daten der Inhaltsanalyse sehr schön die, insbesondere bei den Regierungsparteien, doch sehr zurückhaltende Tonalität der Nachrichtenvermittlung in der Haupt-ZiB dar. Auch ist hier die relativ deutliche Frontstellung von VP- bzw. FP-Personal im Bereich aktiv präsentierter Kritik durchaus interessant.

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(Auszüge, mehr Daten im vollständigen Bericht)

Berichte als PDF zum Download: “Landespolitik OÖ” & “Zeit im Bild 1″

Von f.allesch, 12. Februar 2011, 16:42 Uhr

Nachdem wir uns im Dezember ja schon kurz die bundespolitische Medien-Performance bei diesem Thema angesehen haben, wollen nach dem “mehr oder weniger” erfolgreichen Westring-Gipfel nun auch wir mit dem Thema abschliessen und uns das Ganze nochmals vor Augen führen.

Die Daten zur gesamten OÖ-Medienberichterstattung rund um den “Westring” (Datenmaterial von 25.10.10 bis 12.01.11) zeigen sehr schön den Verlauf der Diskussion mit erster Verärgerung über die Absage des Projekts, die Hoffnungen beim 1.Gipfelgespräch bzw. dem medial sehr stark positionierten finalen Gipfel mit “Lösung”.

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Sehr gut erkennen lässt sich auch die dominierende Präsenz von LH Pühringer als Projekt-Antreiber bzw. Bundesministerin Bures als “Gegenspielerin”, die Beide auch hohe Anteile der (teils gegenseitigen) Kritik einstecken müssen. Ein interessanter Punkt sind hier die hohen Kritikwerte für den eigentlich wenig präsenten BM Mitterlehner (”Veto”-Kritik) bzw. auch den prinzipiell unzuständigen Bundeskanzler Faymann (”hat zugesagt, Versprechen müssen halten”).

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Die qualitativen Daten der Inhaltsanalyse zeigen den doch deutlich negativen Touch des Themas in OÖ, aber eben auch den durchwegs sehr hohen Anteil positiver Berichterstattung zu den Aktivitäten der oberösterreichischen Parteien in diesem Zusammenhang (”Oö kämpft geschlossen für den Westring”).

Der Bericht als PDF zum Download

Von m.reiter, 21. Januar 2011, 10:05 Uhr

Nachdem in den letzten Tagen und Wochen schon einige Veranstaltungen rund um SocialMedia-Thema stattfanden, waren am vergangenen Do sogar zwei derartige Veranstaltungen am selben Tag … für Linzer Verhältnisse also fast schon ein SocialMedia-Overload. Da ich als Vertreter der M.E. bei beiden zugegen sein konnte, darf ich (@florianallesch) nun einen kleinen Rückblick darauf geben.

“SocialMedia im Unternehmen – Fluch oder Segen” in der WKOÖ

Zunächst fand ich mich bei einer Veranstaltung der Industriesparte der WKOÖ wieder, bei der in kleiner Gruppe mit Mag. Andrea Zajicek (OnlineMediaManagerin voestalpine; Xing; Twitter) und Dr. Thomas Schweiger (Anwalt von S|M|P; Web; Xing; Twitter) über Einsatzmöglichkeiten, Umsetzung, Aufwand, Nutzen aber auch Risiken von neuen sozialen Medien im Unternehmenskontext gesprochen wurde.

Vor einem – aus meiner Beurteilung eher weniger persönlich in SocialMedia aktiven – Publikum aus interessierten Wirtschafts- und Industrievertretern führte uns zunächst Frau Mag. Zajicek in die Online Welten der voestalpine ein. Dem Vortrag ist neben den interessanten Fakten und Beispielen, insbesondere die erfrischende Offenheit hoch an zu rechnen, auch Details zu den, im Bereichen Online & SocialMedia eben nicht perfekt durchplanbaren, Aktivitäten des Unternehmens amüsant darzustellen … seien es Bonmots wie die “Schilder-Kampagne”, Gewinnspielschwierigkeiten, passende Reaktionen auf negative Kommentare oder das so wichtige “Learning by Doing”. Frau Mag. Zajicek gab so einen sehr symphatischen und positiven Einblick in die wenig exakte Wissenschaft der modernen Online-Kommunikation.

Nach diesem wohl eher vom “Segen” konnotierten Input, durfte nun weiters Anwalt Dr. Schweiger den Blick auf rechtliche Unsicherheiten, Risiken in Sachen Datenschutz, … und damit also eher auf die “Fluch”-Aspekte des Themas richten. Auch Herr Dr. Schweiger brachte seinen persönlichen Zugang zum Ausdruck, wobei an dieser Stelle wirklich beiden Experten die eben nicht nur fachlich-theoretische Kompetenz sondern eben auch die gewisse persönliche und aktive Leidenschaft für das Thema sehr zu Gute zu halten ist. Insbesondere der auf Facebook, Xing, Twitter & Co aktive Anwalt ist wohl noch eine Minderheit.

Inhaltlich führte uns Dr. Schweiger durch viele für das Thema wichtige rechtliche Aspekte, präsentierte beispielsweise Urteilsveröffentlichungen auf Facebook/YouTube oder rechtliche Datenschutzrisiken auf Facebook, und erläuterte verschiedene Problemfelder stets sehr gut mit spannenden praktischen Beispielen. Einige interessante Publikumsfragen rundeten auch diesen zweiten wirklich hervorragenden Votrag ab.

Insgesamt also eine wirklich spannende Runde mit tollen Votragenden und viel Inhalt, aber am Abend ging’s ja auch schon weiter:

“virtueller St@mmtisch: Facebook, YouTube, Twitter & Co – Chancen und Herausforderungen in einer virtuellen Welt”

Am Abend fand ich mich dann – inzwischen unterstützt von Kollege @markusreiter – bei einer Veranstaltung der RLBOÖ wieder, die ihren Zielgruppenfokus deutlich auf Lehrer und Eltern legte. Dieser Fokus war dann auch inhaltlich im Laufe des Abends deutlich spürbar: Grundlagen & Definitionen zu Web2.0, viele praktische Beispiele, Umgang für Lehrer und Eltern, …

Zunächst wurde uns – nach kurzer Begrüßung von RLBOÖ-Hausherrin Frau Dr. Kepplinger-Mittlerlehner – ein kurzes und relativ trockenes Referat des Leiters des BiMeZ (BildungsMedienZentrum OÖ) geboten, dass als Einstieg passend aber wenig aufregend war, und wohl auch mehr der prominenten Positionierung des BiMeZ entstprang als der Unterhaltungs- oder Sachkompetenz des lieben Herrn Eiselmaier – merkbarer eher ein SocialMedia-Theoretiker.

Im Anschluss folgte aber dann der lebendige, sehr unterhaltsame und fachlich ebenso passende Vortrag von Gerhard Steiner von saferinternet.at (im übrigen eine sehr empfehlenswerte Plattform für die Zielgruppe). Neben den obligatorischen Einstiegsfakten, klassischen SocialMedia-Beispielen und dem wohlbekannten “SocialMediaRevolution“-Video ging Herr Steiner in praktischen Beispielen und persönlichen Erfahrungen auf viele Möglichkeiten, Chancen und Risiken von Web2.0 bzw.  SocialMedia für Schüler, Lehrer und Eltern ein … um dabei in guter Balance positive Grundstimmung zu verbreiten ohne die kritischen Faktoren auszulassen.

Nachdem uns Herr Steiner also einige Zeit gut unterhalten hatte, gab es zum Abschluss eine Diskussionsrunde der Vortragenden mit Gastgebern von RLBOÖ und LifeRadio bzw.  Vertretern von Schule, Eltern und Schüler. Da die Diskussion inhaltlich nicht besonders viel hergab, was uA (wie so oft an dieser Stelle) an den eher unpassenden Fragen aus dem Publikum lag, war hier eher die Zusammenstellung der interessante Punkt. So fanden sich in der Runde, mit der naiv-positiv eingestellten Elternvertreterin und dem “Facebook-Abmelder”-Schülervertreter, zwei dem in der Realität Erwartbaren doch sehr entgegengesetzte Repräsentanten … Zufall, spannende Auswahl oder falsche Zusammensetzung (Was lernt das Publikum zB über den Umgang des “Schülers” mit solchen Medien, wenn der Vetreter derselben einVerweigerer ist).

Mit SmallTalk bei einem kleinen Leberkäse- und Würstel-Buffet ging dann aber auch diese durchaus interessante – wenn auch für aktive SocialMedia-User wenig Neues bietende – Abendveranstaltung (hier der offizielle RLBOÖ-Bericht) zu Ende. Und so auch ein wirklich spannender Tag mit vielen interessanten Inputs und netten Leuten … langsam tut sich in Linz auch in diesem Bereich auch immer mehr und das freut sehr!

Von f.allesch, 7. Dezember 2010, 09:30 Uhr

Nachdem es nachweislich das politische Thema des Herbst 2010 (vielleicht sogar darüber hinaus) ist, haben wir uns natürlich damit näher beschäftigt und wollen hier in einem kurzen Datenauszug insbesondere auf die bundespolitische Performance in diesem Zusammenhang blicken.

So zeigt der Verlauf der Berichterstattung das punktuell unglaubliche Ausmaß der Berichterstattung hier in OÖ, besonders nachdem die Absage für den Westring klar wurde – wobei am Medienmarkt hier teilweise Berichterstatungswerte wie in Wahlkampfzeiten erreicht wurden. Weiters zeigt sich die doch relativ starke Themenführerschaft der OÖ Nachrichten, die sich einerseits mit einigen sehr umfassenden Themenberichten auch den Hintergründen widmeten bzw. andererseits aber auch den Lesern ein breites Forum boten.

Der Blick auf die bundespolitische Medienpräsenz zum Thema “Verkehrspolitik/Westring” zeigt die SPÖ, mit Kanzler Faymann und Ministerin Bures als direkt Verantwortliche, mit sehr hohen Präsenzanteilen. Diese starke Medienpräsenz ist qualitativ zu relativ großen Teilen kritisch zu sehen und bei Faymann und Bures von sehr hohen Werten im Bereich der direkten Kritik begleitet.

Bei den Details der Daten zur qualitativen Analyse zeigen sich neben der kritischen Berichterstattung auch zu Vizekanzler Pröll oder OÖ-Minister Mitterlehner die insgesamt erwartbar deutlich negative Positionierung des Themas – es finden sich tendenziell fast nur negativ-konnotierte Meldungen (Absage, Finanzierung, Verzögerung, Reaktionen, Mini-Variante, …).

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Am Ende muss gesagt werden, dass neben dieser wenig berauschenden Kommunikationspolitik natürlich auch die landespolitische Umgang mit dem Thema nicht wirklich zu positiven Kommunikationsergebnissen geführt hat … das wird am Ende wohl leider eine klassische Lose-Lose-Situation.

Hier noch der Download des Datenauszugs: VerkehrspolitikOÖ_Westring.pdf

Von f.allesch, 2. Dezember 2010, 12:51 Uhr

Als Vorbote eines schrittweisen kleineren Relaunches von Web, Blog & Co, wollen wir mit diesem Eintrag auch beginnen ein etwas breiteres Themenspektrum (Veranstaltungen, Literatur, …) zu bearbeiten – den Anfang soll ein kleiner Erfahrungsbericht von „BIZZ 2.0 – SocialMedia für Jungunternehmer“ machen.

BIZZ 2.0 – SocialMedia für Jungunternehmer

Im mit relevanten Veranstaltungen zum Bereich der Medien (ob alt oder neu, ob Theorie oder Praxis, etc …) nicht gerade gesegneten OÖ, freuen wir uns immer über derartige Events und zählen regelmäßig zu den Stammgästen. So waren wir nun am letzten Do auch bei dieser SocialMedia-Veranstaltung der JW OÖ in der RLB zugegen.

Die Zusammenarbeit von im Bereich SocialMedia nicht gerade aktiven Großunternehmungen wie RLB und WK (respektive JW), die uns großteils eher unbekannten Mitveranstalter, das fast penetrante Marketingengagement (5-10 Mails/Einladungen auf verschiedenen Kanälen) und die daraus resultierende umfangreiche Teilnehmerliste, lies uns hinsichtlich qualitativer Inhalte für aktiv Interessierte des Fachbereichs zweifeln …

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Kommentar @florianallesch

Schon im Vorfeld wurden auf Twitter und Facebook die Vorbereitungen bzw. Kommunikation zB im Rahmen des #bizz20-Tags beobachtet und ließen nicht unbedingt auf einen Ansturm aktiver „SocialMedialisten“ schließen (immerhin wurden aber im Umfeld der Veranstalter einige neue Accounts zB auf Twitter eröffnet, ob diese noch weiter mit Leben gefüllt werden, darf aber schon heute bezweifelt werden).

Jedenfalls fand sich mit uns – auch nach einiger Abstimmung der Linzer Community – am Ende doch eine kleine aber aktive Gruppe Twitterer vor Ort ein – erwartungsgemäß umgeben von, um gleich ein Twitat einzubringen, „einer Herde offline-Anzugträgern“. Zunächst fand‘ man sich also bei einem gut organisierten Abend mit vielen Besuchern und schönem Ambiente … klassisches Networking und Vorfreude auf Vortrag bzw. Buffet waren angesagt.

Schon nach kurzer Zeit, den ersten CheckIns bei Foursquare und einigen Begrüßungstweets begann jedoch die online-wie-offline-Suche nach der groß angekündigten Twitterwall (wäre wohl eine der ersten offiziellen in OÖ gewesen), welche aber nicht entdeckt werden konnte und den offiziellen Teil der Veranstaltung mit kritischer Grundstimmung starten lies.

Nach dem Start mit Pseudo-LiveStream, lieblich-unwissender Moderatorin und den ersten Anzeichen eines sehr klassisch aufgezogenen Veranstaltungsabends (Veranstaltungsdesign maximal 1.0), kam für die kleine anwesende SocialMedia-Community aber das „Highlight“: die Twitterwall wurde uns an diesem Abend in ihrer Ausprägung „ohne Wall“ angeboten, nur in minimalen Auszügen miteinbezogen und mit – der Community völlig unbekanntem und sich auch in keinster Weise online-wie-offline vorstellendem – Moderator/Zensor bedacht. Eine „Do it Yourself“-Skizze zum Twitter-Shitstrom …

Mit kurzer JW-Einstiegsrede, Zahlen/Fakten zu Internet/Mediennutzung von DDr. Paul Eiselsberg vom IMAS und Kurzauftritten von RLBOÖ-Chef Scharinger, VK Pröll und JaJah-Gründer D.Mattes, wurde der Abend für die aktiv am Thema Interessierten bis zum Vortrag von Stefan Erbschwentner (@eranium) eine eher anstrengende Angelegenheit.

Twitter-Kollege @eranium bot nun aber viele sowohl für Einsteiger als auch “Experten” interessante Informationen zu Grundlagen, Verbreitung und Geisteshaltung der Community-Medien. An dieser Stelle zeigte sich in vielen inhaltichen Posts auch die konstruktive Haltung der anwesenden Twitter-Gemeinde, die ganz im Sinne “ihres” Kommunikationsmediums eben auch sehr schnell von “populistischem Ärger” auf “positive Diskussion” umschlaten kann.

Diesem dann inhaltllich durchaus positivem Abschluss der Veranstaltung muss aus meiner Sicht nur angelastet werden, dass er einerseits etwas zu lang geraten ist (das Fräulein Moderatorin scharrte zusehends  mit den HighHeels) und er andererseits – und dies ist als absolut individuelle Meinung anzusehen – für meinen Geschmack zu ruhig, trocken und professionell dargeboten wurde und eben meine Sicht der neuen sehr aktiven Kommunikationswege im Bereich SocialMedia mit all ihren Interaktionsmöglichkeiten, ihren spontanen Aktivitäten, … nicht ausreichend lebendig wiedergegeben hat.

persönliches  Gesamtfazit:

  • jede Veranstaltung zu dem Thema ist besser als es ist hier in Linz nichts dazu los, aber Organisation ohne Einbindung der Community sollte nicht sein
  • klassischer Aufbau der Veranstaltung bei JW/RLB zu erwarten, aber auch wirklich kein Versuch zumindest Teile kreativer zu gestalten
  • eine Ankündigung wie die „Twitterwall“ nicht einzuhalten ist im SocialMedia-Umfeld ein absoluter #epicfail
  • für die Anregung für ein neues Thema brauche ich Referenten die nicht nur wissen was sie erzählen (Expertise) sondern auch ein gewisses Feuer verbreiten können („SocialMedia ist keine ruhige, professionell vorgetragene Präsentation … es ist Leidenschaft, Meinung, Diskussion & Entwicklung“)

Kommentar @markusreiter

Ich kann mich den Ausführungen meines Kollegen vollinhaltich anschließen und darf noch einige Ergänzungen anbringen.

Die Vorfreude auf eine Social Media Veranstaltung bei uns hier in Linz war natürlich sehr groß – vor allem für die (kleine aber feine) Community hier. Gefüttert wurden diese Erwartungen auch durch die zahlreichen Vorankündigungen (Twitterwall!) und das durchaus ambitionierte Ausmaß der Veranstaltung.

Wie kann diese spannende aber komplexe neue Welt der sozialen Medien einem breiten (wahrscheinlich ohne Vorwissen ausgestatteten) Publikum näher gebracht werden? Nun ja, der Spagat zwischen der Heranführung an das Thema und der Vermittlung von qualitativen Inhalten ist kaum zu überwinden. Vor allem nicht an einem Abend. Und erst recht nicht in der Art und Weise, wie es hierbei vollzogen wurde. Und zwar auf eine leider sehr herrkömliche und für das Themengebiet eigentlich zu langweilige Art und Weise.

Social Media bedeutet unter anderem aktive Kommunikation, Vernetzung, Austausch – kurzum lebendiger Informationsaustausch. Diesen spannenden Aspekten wurden kaum oder wenn dann nur sehr holprig Rechnung getragen (getürkter „Live“-Videoeinstieg bzw. eine „Twitterwall“, die den Namen nicht verdient hat).

Dieser Zugang wird dem Thema nicht gerecht. Ich denke die Veranstaltung hat die (ja durchaus angesprochene) Zielgruppe der Unternehmer bzw. Personen mit Interesse an Social Media eher ratlos zurückgelassen, da sie Social Media meiner Meinung nach nicht als das wahrnehmen konnten was es ist. Verstärkt wurde dies durch den Umstand, dass viele allgemeine mit dem Internet im Zusammenhang stehende Fakten präsentiert wurden, was wohl doch zu sehr weitausholend ist um auch nur annähernd in die Tiefe gehen zu können ohne das Publikum mit Informationen zu überfrachten.

Fazit: Ambitioniert? Ja. Verbesserungswürdig? Auch Ja. Fortsetzung? Ja, hoffentlich!

Auch wenn Bizz 2.0 aus meiner Sicht nicht das gehalten hat, was es erhoffen lies, so muss man doch froh sein Veranstaltungen dieser Art hier in Oberösterreich zu haben. Mit zunehmender Anzahl an Veranstaltungen zu Social Media & Co.wird es auch auf jeden fall bessere zielgruppengerechtere Ausrichtungen geben.

Und zu guter letzt darf ich persönlich noch mit einem Augenzwinkern anmerken, dass man wenn schon eine Verlosung durchführt, dann schon ein iPad verlosen muss. Immerhin hatte ja sogar der Überraschungsgast des Abends eines mit – ein „iPröll“ wie es in Twitter genannt wurde ;)

Von m.reiter, 29. November 2010, 23:00 Uhr

Nachdem nun die letzte (bundes-)politisch relevante Wahl geschlagen ist, wollen wir nun einen kurzen Blick auf die Analysedaten aus der politischen Berichterstattung der ORF-Hauptnachrichtensendungen ZiB1, ZiB2 und ZiB24 im Oktober 2010 werfen.

 Was die beiden Regierungsparteien betrifft, so zeigen sich im Vergleich der Gesamtpräsenz in den drei Nachrichtensendungen eher geringe Abstände zwischen SPÖ und ÖVP. Generell gesehen  ist die Verteilung der Gesamtpräsenz unter den Bundesparteien in ZiB 1/2/24 bis auf wenige Prozentpunkte ähnlich verteilt.

Thematisch wurden ebenso ähnliche Schwerpunkte gesetzt. So finden sich die Themenblöcke “Budget”, “Wahlen/Wahlkampf” und “Asylverfahren” unter den Top-5-Themen der ORF-Nachrichtensendungen.

In anbetracht der Redezeit von politischen Persönlichkeiten im Oktober sticht vor allem in der ZiB 24 Herr G. Hackl, seines zeichens Bürgermeister der Stadt Steyr, hervor. Er konnte in einer Live-Einschaltung über fünf Minuten an Redezeit sammeln.

Download (pdf): M.E. | TV-Monitor ORF ZiB 1/2/24 (Oktober 2010)

Von m.reiter, 9. November 2010, 15:03 Uhr

Die Wien-Wahl ist geschlagen und wir wollen uns – nach dem kurzen Teaser am Mo – nun genauer mit einigen Daten der Medienbeobachtung von “ORF Wien Heute” im Bereich der letzten Wochen des Intensiv-Wahlkampfs  beschäftigen.

Die Gesamtberichterstattung zur WienWahl zeigte nach ersten Höhepunkten auch kurze spätsommerliche Ruhephasen, bis gegen Ende des Wahlkampfs nicht nur die Berichte zu den aktiven Wahlkampfaktivitäten der Parteien intensiver wurden, sondern zB auch die Wahl-Interviews bzw. die “Elefantenrunde” der SpiteznkandidatInnen für starke Präsenzausschläge sorgten.

Insbesondere zu den Interviews ist zu sagen, dass für ausgesprochene Ausgeglichenheit in Sachen Präsenz und Redzeit gesorgt war, lediglich die Schärfe der Herangehensweise des Herrn Chefredakteurs bei den verschiedenen Parteispitzen gewisse Unterschiede erkennen ließ.

Die Gesamtpräsenz der wahlkämpfenden Parteien zeigt einerseits sehr deutlich das auch mediale Duell SPÖ-FPÖ, als auch die eingentlich relativ guten Präsenzwerte der anderen Mitstreiter – so findet sich zB das BZÖ bei einem, sowohl im Vergleich mit Umfrage- als auch schließlich Wahlergebnissen, doch sehr starken Präsenzanteil von 11%.

Die Aufschlüsselung der parteipolitischen Wochenpräsenz zeigt uA die starke Performance der SPÖ bzw. die Schwächephase der FPÖ Anfang-Mitte September, während insbesondere die ÖVP im ausgewählten Zeitraum eine sehr konstante TV-Präsenz erreicht.

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Im Bereich der direkten Redezeiten zeigt sich die Wortgewalt des Amtsinhabers doch deutlich an der Spitze, während die anderen KandidatInnen insgesamt auf relativ ausgewogene Werte bei den Ö-Tönen kommen.

Bgm. Häupl darf sich auch bei den Daten zu aktiven Kritikäußerungen über einen Vorspung vor Gegner HC Strache “freuen”, wobei der minimale Unterschied zwischen Häupl und Strache in diesem Bereich, angesichts der 4 potenziellen KritikerInnen Häupls, eigentlich als gering anzusehen ist. Die Kritikwerte zeigen jedoch auch sehr deutlich das durchaus verbal-offensiv geführte Duell zwischen SPÖ und FPÖ.

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Die medial nicht nur im BundeslandTV sehr intensiv bearbeitete WienWahl sollte mit ihrem Häupl/Strache-Duell, dem spannenden Wahlabend aber auch dem außergewöhnlichen Ergebnis ein aufregendes Ende des “Super-Wahljahres 2010″ gewesen sein.

Der vollständige KurzBericht mit Daten zu Qualität, Redezeit und Kritik als Download:  ME_WienWahl_WienHeute.pdf

Von m.reiter, 11. Oktober 2010, 15:39 Uhr

Nach den ersten Einsichten in die Gespräche mit Josef Bucher und Eva Glawischnig letzte Woche, wollen wir uns nun mit den restlichen 3 Gesprächsrunden und einem Gesamtüberblick beschäftigen. Nun also zu den Sommergesprächen Strache/Izdebska, Pröll/Androsch und Faymann/Wolf.

Zunächst also zum Aufeinandertreffen des wahlkämpfenden FP-Chefs HC Strache mit DiTech-Gründerin Izdebska. Auch wenn Strache das Gespräch über weite Strecken dominiert, schlägt sich Frau Izdebska – auch im Vergleich mit der anderen wirtschaftstreibenden Dame in der heurigen Sommergesprächsrunde – sehr gut, ist durchaus aktiv und teilweise auch sehr kritisch. (Kritik-Daten bzw. weitere Details wieder im Download-Bericht am Ende)

Am Ende aber zeigen die starken Werte bei Präsenz- wie auch Redezeiten den doch sehr guten Auftritt von Strache, in diesem sehr deutlich vom Themenfeld “Ausländer” dominierten 3. Sommergespräch 2010.

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Bei ersten Gespräch eines Regierungsmitglieds gab es beim Aufeinandertreffen der beiden Finanzminister Josef Pröll und Hannes Androsch nicht nur das sachlichste Gespräch mit einem sehr ruhigen und souveränen Diskussionspartner für den Politiker, sondern ähnlich wie bei Strache auch wieder ein klares Top Thema: natürlich das Budget.

Pröll-Diskussionspartner Androsch prägte das Gespräch nicht nur mit relativ hoher Präsenz- und Redezeit oder seiner direkten aber sehr sachlichen Kritik an Pröll und Regierung, sondern insbesondere durch das extrem positiv-themenorientierte Gesprächsklima ohne viel Durcheinanderreden oder Unterbrechen. VK Pröll hatte in einen inhaltlich hochwertigen Gespräch mit guten Redezeitwerten viel Möglichkeit seine Vorstellungen rund um Budget, Steuern und Einsparungen zu präsentieren.

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Das finale Sommergespräch zwischen BK Faymann und Magna-Manager Wolf war sowohl inhaltlich vom SP-Thema Steuern, als auch in Sachen Diskussionsklima von einem sehr ruhigen aber doch inhaltlich angriffigen Wolf geprägt. Duch die insgesamt auch relativ starke Präsenz- und Redezeit von Wolf, kommt BK Faymann in seinem Sommergespräch in diesem Bereichen auch nur zu eher geringen Werten.

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Am Ende zeigt uns auch der politische Gesamtvergleich (Vergleich der Wirtschaftstreibenden findet sich im Download-Bericht) die auch im Vergleich über alle fünf Gespräche eher schwachen Werte von BK Faymann hinsichtlich Präsenz- und Redezeiten. Insgesamt sind die Werte zwar großteils sehr ausgeglichen, die fast durchwegs starken Werte für die Oppositionspolitiker sind aber doch ein interessantes Detail.

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Die Gesamtanalyse der Sommergespräche des Jahres 2010 zeigt also starke Auftritte der Opposition, mit teilweise sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen siehe Bucher/Glawischnig, aber auch sehr sachliche Gesprächsrunden mit den Regierungschefs. In allen Gesprächsunden wurde ein breites Themenspektrum rund um die parteipolitisch relevanten Top Themen bearbeitet und durch die Sicht der Wirtschaftstreibenden angereichert.

Zum Formalen darf man die Idee des Settings bei den jeweiligen Gesprächspartnern z.B. in der Magna-Forschungseinrichtung als mehr oder weniger gelungen bezeichnen, muss bei den Diskussionspartnern für die Politiker aber leider konstatieren, dass gerade die alteingesessenen Herren die spannenderen Gegenüber abgegeben haben. Wir freuen uns jedenfalls aufs nächste Jahr und die Sommergespräche 2011.

Am Ende finden sich im GesamtBericht zu den Sommergesprächen 2010 wieder alle Daten zu den einzelnen Runden bzw. die Gesamtvergleiche: ME_Sommergespräche2010.pdf

Von f.allesch, 20. September 2010, 22:19 Uhr

Nachdem wir uns schon die Sommergespräche hier bei uns in OÖ angesehen haben und nun auch die Runde der bundespolitischen Sommergespräche im ORF abgeschlossen ist, wollen wir uns auch diesen in Auszügen zuwenden. Nachdem die verschiedenen Details zu allen Gesprächen bzw. im Gesamtvergleich in einem Blog-Eintrag wohl etwas zu weit führend würden, werden wir uns zunächst den ersten beiden Gesprächen widmen, um dann erst später alle Gespräche in Relation zu setzen.

Zunächst also detaillierte Daten zu den beiden Gesprächen von BZÖ-Chef Bucher (mit Bäckerei-Unternehmerin Felber) und Grünen-Bundessprecherin Glawischnig (mit Böhler-Chef Raidl).

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Das erste Sommergespräch Bucher/Felber zeichnete sich nicht nur durch die schmackhafte Kulisse, sondern auch durch eine sehr ruhige und eher passive Gesprächspartnerin für BZÖ-Chef Bucher aus. Bucher dominiert dieses Gespräch hinsichtlich Redezeit (siehe Grafik oben, mehr Daten im .pdf am Ende) mit extrem hohen Werten und kann in Ruhe seine Themen positionieren, während ihn nur Moderatorin Thurnher hin und wieder mit kritischen Fragen bedrängen kann.

Frau Felber macht einen sehr sympathisch-authentischen Eindruck, ist aber mit der, klarerweise für jeden nicht medial gestählten Politik-Profi, schwierigen Situation dieser TV-Diskussion teilweise überfordert, kommt nur auf Nachfragen der Moderatorin zu wenig Redezeit und kann BZÖ-Chef Bucher so nur schwer einen guten Gegenpart bieten.

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Schon die Ausgangsposition mit Industriekapazunder Raidl als Interviewpartner, lies darauf schließen, dass Bundessprecherin Glawischnig im diesmal schönen steiermärkischen Landschaftssetting keine ähnlich entspannende Gesprächsrunde ertwarten würde wie Oppositionskollegen Bucher zuvor.

Das Gespräch als auch die Daten dazu zeigen Raidl als viel aktiveren und natürlich auch aggressiveren Gesprächspartner, mit mehr Präsenz- und Redezeiten, guter inhaltlicher Vorbereitung (”ich habe mir das überprüfen lassen”)  und vielen kritischen Anmerkungen zu den Grünen. So entwickelt sich ein spannendes Gespräch mit intensiven Diskussionsphasen, gegenseitiger Kritik und vielen parteibezogenen Themen rund um Vorstellungen und Situation der Grünen. Bundessprecherin Glawischnig musste sich hier gegen einige kritische Anmerkungen von beiden Gesprächspartnern zur Wehr setzen und sich Redezeiten, als auch positive Themenpositionierung im Vergleich zu Bucher deutlich härter “erkämpfen”.

Schon der Vergleich nur dieser ersten beiden Sommergespräche als “Pressestunde für Bucher” bzw. intensives “Streitgespräch Glawischnig/Raidl” zeigt also spannende Unterschiede und völlig verschiedene Ausgangssituationen für die beiden Politiker, die sich schließlich auch in der Wirkung ihrer Auftritte zeigen dürfte.

Im angehängten KurzBericht finden sich alle erwähnten Grafiken (Präsenz, Redezeit, aktiv/passiv, …) und viele weitere Daten (z.B. Vergleich Bucher/Glawischnig) mit kurzer Kommentierung: M.E.|Sommergespräche2010.pdf

Von f.allesch, 14. September 2010, 13:15 Uhr

Als Auszug aus den Daten zum medialen Wahlkampf um Wien wollen wir uns heute den August in ORF “Wien Heute” vornehmen.

Die im Sommer eher geringe politische Berichterstattung nimmt im Verlauf des August doch deutlich zu und ist mit Ende August/Anfang September rund um die Wahlkampfauftaktveranstaltungen an einem ersten Höhepunkt.

Erwartungsgemäß zeigen sich bei der Gesamtpräsenz eine sehr starke SPÖ Wien und, insbesondere durch die parteiinternen Streitereien gefördert, hohe Präsenzwerte für die Grünen Wien. Ist die Verteilung der Parteien an dieser Stelle noch halbwegs ausgewogen, wird die mediale Dominanz der Bürgermeisterpartei bei den Redezeiten mit 77% dann doch sehr deutlich.

Das die Top6 des politisch-relevanten Personenrankings aus den Reihen der SPÖ Wien kommen, darf daher nicht wundern, ebenso wenig wie das Top Thema der TV-Berichterstattung im August: “Wahlkampf”.

Die qualitativen Daten zeigen schließlich noch die sehr positive Berichterstattung in Sachen SPÖ und die doch kritische mediale Präsenz der Grünen Wien in dieser Phase des Wahlkampfes.

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Von f.allesch, 10. September 2010, 13:25 Uhr