Als Vorbote eines schrittweisen kleineren Relaunches von Web, Blog & Co, wollen wir mit diesem Eintrag auch beginnen ein etwas breiteres Themenspektrum (Veranstaltungen, Literatur, …) zu bearbeiten – den Anfang soll ein kleiner Erfahrungsbericht von „BIZZ 2.0 – SocialMedia für Jungunternehmer“ machen.
BIZZ 2.0 – SocialMedia für Jungunternehmer
Im mit relevanten Veranstaltungen zum Bereich der Medien (ob alt oder neu, ob Theorie oder Praxis, etc …) nicht gerade gesegneten OÖ, freuen wir uns immer über derartige Events und zählen regelmäßig zu den Stammgästen. So waren wir nun am letzten Do auch bei dieser SocialMedia-Veranstaltung der JW OÖ in der RLB zugegen.
Die Zusammenarbeit von im Bereich SocialMedia nicht gerade aktiven Großunternehmungen wie RLB und WK (respektive JW), die uns großteils eher unbekannten Mitveranstalter, das fast penetrante Marketingengagement (5-10 Mails/Einladungen auf verschiedenen Kanälen) und die daraus resultierende umfangreiche Teilnehmerliste, lies uns hinsichtlich qualitativer Inhalte für aktiv Interessierte des Fachbereichs zweifeln …

Kommentar @florianallesch
Schon im Vorfeld wurden auf Twitter und Facebook die Vorbereitungen bzw. Kommunikation zB im Rahmen des #bizz20-Tags beobachtet und ließen nicht unbedingt auf einen Ansturm aktiver „SocialMedialisten“ schließen (immerhin wurden aber im Umfeld der Veranstalter einige neue Accounts zB auf Twitter eröffnet, ob diese noch weiter mit Leben gefüllt werden, darf aber schon heute bezweifelt werden).
Jedenfalls fand sich mit uns – auch nach einiger Abstimmung der Linzer Community – am Ende doch eine kleine aber aktive Gruppe Twitterer vor Ort ein – erwartungsgemäß umgeben von, um gleich ein Twitat einzubringen, „einer Herde offline-Anzugträgern“. Zunächst fand‘ man sich also bei einem gut organisierten Abend mit vielen Besuchern und schönem Ambiente … klassisches Networking und Vorfreude auf Vortrag bzw. Buffet waren angesagt.
Schon nach kurzer Zeit, den ersten CheckIns bei Foursquare und einigen Begrüßungstweets begann jedoch die online-wie-offline-Suche nach der groß angekündigten Twitterwall (wäre wohl eine der ersten offiziellen in OÖ gewesen), welche aber nicht entdeckt werden konnte und den offiziellen Teil der Veranstaltung mit kritischer Grundstimmung starten lies.
Nach dem Start mit Pseudo-LiveStream, lieblich-unwissender Moderatorin und den ersten Anzeichen eines sehr klassisch aufgezogenen Veranstaltungsabends (Veranstaltungsdesign maximal 1.0), kam für die kleine anwesende SocialMedia-Community aber das „Highlight“: die Twitterwall wurde uns an diesem Abend in ihrer Ausprägung „ohne Wall“ angeboten, nur in minimalen Auszügen miteinbezogen und mit – der Community völlig unbekanntem und sich auch in keinster Weise online-wie-offline vorstellendem – Moderator/Zensor bedacht. Eine „Do it Yourself“-Skizze zum Twitter-Shitstrom …
Mit kurzer JW-Einstiegsrede, Zahlen/Fakten zu Internet/Mediennutzung von DDr. Paul Eiselsberg vom IMAS und Kurzauftritten von RLBOÖ-Chef Scharinger, VK Pröll und JaJah-Gründer D.Mattes, wurde der Abend für die aktiv am Thema Interessierten bis zum Vortrag von Stefan Erbschwentner (@eranium) eine eher anstrengende Angelegenheit.
Twitter-Kollege @eranium bot nun aber viele sowohl für Einsteiger als auch “Experten” interessante Informationen zu Grundlagen, Verbreitung und Geisteshaltung der Community-Medien. An dieser Stelle zeigte sich in vielen inhaltichen Posts auch die konstruktive Haltung der anwesenden Twitter-Gemeinde, die ganz im Sinne “ihres” Kommunikationsmediums eben auch sehr schnell von “populistischem Ärger” auf “positive Diskussion” umschlaten kann.
Diesem dann inhaltllich durchaus positivem Abschluss der Veranstaltung muss aus meiner Sicht nur angelastet werden, dass er einerseits etwas zu lang geraten ist (das Fräulein Moderatorin scharrte zusehends mit den HighHeels) und er andererseits – und dies ist als absolut individuelle Meinung anzusehen – für meinen Geschmack zu ruhig, trocken und professionell dargeboten wurde und eben meine Sicht der neuen sehr aktiven Kommunikationswege im Bereich SocialMedia mit all ihren Interaktionsmöglichkeiten, ihren spontanen Aktivitäten, … nicht ausreichend lebendig wiedergegeben hat.
persönliches Gesamtfazit:
- jede Veranstaltung zu dem Thema ist besser als es ist hier in Linz nichts dazu los, aber Organisation ohne Einbindung der Community sollte nicht sein
- klassischer Aufbau der Veranstaltung bei JW/RLB zu erwarten, aber auch wirklich kein Versuch zumindest Teile kreativer zu gestalten
- eine Ankündigung wie die „Twitterwall“ nicht einzuhalten ist im SocialMedia-Umfeld ein absoluter #epicfail
- für die Anregung für ein neues Thema brauche ich Referenten die nicht nur wissen was sie erzählen (Expertise) sondern auch ein gewisses Feuer verbreiten können („SocialMedia ist keine ruhige, professionell vorgetragene Präsentation … es ist Leidenschaft, Meinung, Diskussion & Entwicklung“)
Kommentar @markusreiter
Ich kann mich den Ausführungen meines Kollegen vollinhaltich anschließen und darf noch einige Ergänzungen anbringen.
Die Vorfreude auf eine Social Media Veranstaltung bei uns hier in Linz war natürlich sehr groß – vor allem für die (kleine aber feine) Community hier. Gefüttert wurden diese Erwartungen auch durch die zahlreichen Vorankündigungen (Twitterwall!) und das durchaus ambitionierte Ausmaß der Veranstaltung.
Wie kann diese spannende aber komplexe neue Welt der sozialen Medien einem breiten (wahrscheinlich ohne Vorwissen ausgestatteten) Publikum näher gebracht werden? Nun ja, der Spagat zwischen der Heranführung an das Thema und der Vermittlung von qualitativen Inhalten ist kaum zu überwinden. Vor allem nicht an einem Abend. Und erst recht nicht in der Art und Weise, wie es hierbei vollzogen wurde. Und zwar auf eine leider sehr herrkömliche und für das Themengebiet eigentlich zu langweilige Art und Weise.
Social Media bedeutet unter anderem aktive Kommunikation, Vernetzung, Austausch – kurzum lebendiger Informationsaustausch. Diesen spannenden Aspekten wurden kaum oder wenn dann nur sehr holprig Rechnung getragen (getürkter „Live“-Videoeinstieg bzw. eine „Twitterwall“, die den Namen nicht verdient hat).
Dieser Zugang wird dem Thema nicht gerecht. Ich denke die Veranstaltung hat die (ja durchaus angesprochene) Zielgruppe der Unternehmer bzw. Personen mit Interesse an Social Media eher ratlos zurückgelassen, da sie Social Media meiner Meinung nach nicht als das wahrnehmen konnten was es ist. Verstärkt wurde dies durch den Umstand, dass viele allgemeine mit dem Internet im Zusammenhang stehende Fakten präsentiert wurden, was wohl doch zu sehr weitausholend ist um auch nur annähernd in die Tiefe gehen zu können ohne das Publikum mit Informationen zu überfrachten.
Fazit: Ambitioniert? Ja. Verbesserungswürdig? Auch Ja. Fortsetzung? Ja, hoffentlich!
Auch wenn Bizz 2.0 aus meiner Sicht nicht das gehalten hat, was es erhoffen lies, so muss man doch froh sein Veranstaltungen dieser Art hier in Oberösterreich zu haben. Mit zunehmender Anzahl an Veranstaltungen zu Social Media & Co.wird es auch auf jeden fall bessere zielgruppengerechtere Ausrichtungen geben.
Und zu guter letzt darf ich persönlich noch mit einem Augenzwinkern anmerken, dass man wenn schon eine Verlosung durchführt, dann schon ein iPad verlosen muss. Immerhin hatte ja sogar der Überraschungsgast des Abends eines mit – ein „iPröll“ wie es in Twitter genannt wurde
…